Motivation und wie ich dazu kam Oktober 9, 2011
Posted by philippbo in Rest.trackback
Liebe Menschen
Sehr geehrte Unmotivierte, Verplante und Seelenverwante
Ich bin ein Listen-Typ. Was istein Listen-Typ? Das ist die Art Mensch, die sich für alles mögliche Listen zulegt, auch wenn meine Neigungen was die Listen betrifft nicht sehr stark ausfällt, so habe ich doch stets eine “To-Do-List”, welche meist in zu einem festen und unveränderten Teil aus immer wiederkehrenden Vorhaben besteht und der andere Teil sind Vorhaben, die ich abhacken bzw. erledigen konnte.
Besonders interessant sind meiner Meinung nach die Auflistungen der Pläne, Vorhaben und Ziele mit dem Namen “Bevor-ich-sterbe-Liste”, das interessante daran ist, dass es sich meist um Herzenswünsche, utopische oder Kindheitspläne handelt, die natürlich stetig am eigenen Gewissen nagen, sofern sie nicht in die Tat umgesetzt werden. Doch mit diesem einfachen Trick eine “Bevor-ich-sterbe-Liste” zu erstellen, wird man sowohl die Gewissensbisse als auch den Drang die besagten Dinge umzusetzen los, denn es ist ja auf einer Liste verewigt, die in ferner wahrscheilich nie eintreffender Zukunft bearbeitet wird.
Es wird also einfach an den minimiert und nicht wieder darauf zurückgegriffen, nicht wie in dem Film “Bucket List” mit Morgan Freeman und Jack Nickolson aus dem Jahr 2007, die sich tatsächlich daranmachen diese Dinge zu realisieren.
Zum Glück kann ich von mir behaupten noch keine “Bevor-ich-sterbe-Liste” angefertigt zu haben, dafür habe ich einen Haufen anderer Listen, für jedes Projekt, dass ich in den nächsten Monaten in meinem Leben umsetzen möchte habe ich mir ein Liste angelegt. Besonders toll fühlen sich solche Listen in einem gerade erst gekauften Schreibblock an, speziell in meinem Fall, da ich eine Begeisterung gegenüber unbeschriebenen Blättern und Büchern habe, zum Teil so stark, dass es an einer Schreibhemmung grenzt. Auch verfalle ich manchmal ins andere Extrem und mache mir vor, dass es das angefangene Notizbuch nicht wert sei weiter benutzt zu werden, da es nicht mehr unbeschrieben ist. Ich will keine psychologischen Rückschlüsse auf meine Person ziehen, die irgendetwas mit Jungfräulichkeit zu tun haben.
Doch es kam der Tag, nein, niemand starb an diesem besagten Tag, sondern ich wurde der Listen überdrüssig oder besser gesagt ich verlor die Übersicht, was an sich gesehen fatal ist, da Listen genau zu dem Zweck der Übersicht kreiert werden. Mir war bewusst, dass durch all diese Listen auch als Pläne definierbar mir zwei Dinge unmerklich aber konstant durch die Finger glitten:
- Die Gegenwart
- Die Kontrolle über meine eigenen Handlungen
Zu Punkt 1 kann ich sagen, dass sich mein Leben, d.h. meine Erwartungen, meine Pläne und Ziele sich derart in die Zukunft verschoben, dass das Hier und Jetzt sich vernebelte und immer unrelevanter wurde, ein trügerischer Fehlschluss, denn allein die Gegenwart ist der Zeitpunkt den wir gewissermassen bestimmen können.
Zu Punkt 2 muss ich erläutern und das ist gleichzeitig der Knackpunkt zur eigenen Motivation, hatte ich keine Kontrollinstanzen und mich selbst als Kontrollinstanz heranzuziehen war erfahrungsgemäss nie sehr gut verlaufen. Wie konnte ich die Kontrolle über meine eigenen Handlungen wiedergewinnen?
Zum einen wäre mir es möglich gewesen alle Pläne und Listen über Bord zu schmeissen und wie Aristippos seiner Zeit sich der Gegenwart voll und ganz hingeben und mit dem Ausspruch “Carpe Diem” den Tag geniessen.
Zum anderen könnte ich neben den Möglichkeiten der Resignation auch meine Listen ordenen und ein gewisses System reinbringen, gesagt getan.
Ich fasste mir also ein Herz und trug meine verschiedenen Vorhaben zusammen, um Oberthemen zu erschliessen und mit 13 Oberthemen, natürlich ein wenig übertrieben, legte ich eine Tablle an, die, da mein Alltag durch die spanische Sprache geprägt wird, in Spanisch verfasst ist.
Um nicht gleich meine ganze Tabelle freizugeben, weil diese zum Teil auch sehr persönliche Inhalte birgt, hier beispielsweise die ersten vier Oberthemen, wie sie auch in der Tabelle an meiner Wand wiederzufinden sind: Copia de Plan M
Wie funtioniert diese Tabelle? Zu jeden dieser vier Bilder gibt es anderweitig eine Liste (da, die Liste taucht wieder auf), welche in meinem Fall direkt über dieser Tabelle hängt und die verschiedenen Themen mit den dazugehörenden Bildern erläutert. In diesem Beispiel sind es Medizin, Patch Adams, Philosophie und Schreiben. Damit sei die Zeilen und ihre Bedeutungen erklärt, zu den Spalten lässt sich sagen, dass es sich um die Wochentage und einem Feld der Summierung handelt.
Nehmen wir meinen heutigen Tag als Beispiel, Sonntag (span = domingo) also Do habe ich an meinem Parasitenalbum gearbeitet für Parasitologie und auch für das Fach öffentliche Gesundheit an meiner Facharbeit geschrieben, beides fällt in die Sparte Medizin, ausserdem schrieb ich diesen Blogeintrag, was bedeuted das ich in der Zeile Do, in der dafür vorgesehenden Woche zwei Kreuze in der Spalte Medizin verzeichne und ein Kreuz in der Spalte Schreiben.
Nach meiner Ansicht verhält es sich wie folgt:
X = ein Kreuz = gewissenhaft erledigt
X X = zwei Kreuze = reichlich erledigt
X X X = drei Kreuze = den ganzen Tag über erledigt (es hat den Grossteil des Tages in Anspruch genommen)
Das ist meine Kontrollinstanz, auch wenn ich zur Zeit nicht sehr viele Kreuze zu verzeichnen habe, vielleicht werde ich in unbestimmter Zukunft die ganze Tabelle inklusive der dazugehörigen Erklärungen preisgeben und eine Woche Kreuze ausfüllen, wie ich es normalerweise hier an meiner Wand mache.
Ich hoffe dieser kleine Einblick, wie ich zu meiner Motivation kam, hilft der ein oder anderen Person, um ihren eigenen kleinen Horizont insofern zu erweitern, als dass es sich so festlegen lässt, welchen Themen Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte, denn wie ich einst in einem dieser Berufeauswahlzeitschriften lass: In der Ausbildung geht es nicht darum deinen Traumberuf zu erlernen, sondern die zu der Persönlichkeit zu entwickeln, die du sein möchtest.
Gruss
Philipp
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