Aller Anfang ist… ein Anfang Oktober 9, 2011
Posted by philippbo in Leben.trackback
Liebe Menschen
Hin und wieder habe ich das leichte Verlangen zu schreiben und wieso nicht hier, in meinem Blog, das ich so oft umstellte, von Zeit zur Zeit benutzte und immer wieder aufs Neue brach liegen liess? (Statt sz verwende ich ss, weil die bezügliche Taste auf meiner spanischen Tastaturbelegung nicht wiederzufinden ist, nicht weiter überraschend)
Zwei Fragen beschäftigten mich heute:
Inwiefern beinflusst mein Handeln und meine Person andere und die Welt?
Ich lebe, aber werde sterben, welche Konsequenzen ergeben sich für mich aus diesem Wissen?
“Ach du meine Güte, so tiefgreifende Fragen?!” ist das erste, was mensch zu diesen Fragen einfällt und nein, es ist nicht meine Absicht diese Fragen grundlegend und allumfassend zu erörtern, ich habe heute nur über diese fragen nachgedacht.
Dazu führten folgende Umstände:
- Die Letüre einer Zusammenfassung der Rede Steve Jobs’ und das daraufhin gefundene Bild, das zumindest der Zusammenfassung den Titel “Bleiben Sie hungrig, bleiben Sie verrücht” einbringt.

- “Stay hungry. Stay foolish” liess mich an meine Wand blicken. Wieso an meine Wand? Da befindet sich eine Ansammlung verschiedener Lebensmotti bzw. Tagesthemen, die ich versuche auf meinen eigenen, kleinen Alltag anzuwenden, dieses Bild würde vorzüglich dahin passen
- Das Lied “Raum der Zeit” von WIZO mit dem Refrain”Du bist einer von Milliarden
und das musst du akzeptier’n.
Du bist einer von Milliarden Ärschen auf der Welt” … obwohl ich mir nicht einmal sicher bin, dass ich es heute schon gehört habe, aber es befindet sich auf jedenfall in meiner Playliste - Ein Tag der Musse, ein schönes Wort zwar mit sz und neudeutsch würde es wahrscheinlich ein “Chill(er)-Tag, ein Abhängetag oder einfach nur ein Faullenzertag heissen, aber ich lehne mich dagegen auf diesen vergangenen Tag als solchen zu bezeichnen, denn woher kann ich ohne Ruhe meine Kraft sonst schöpfen?
- Der Gürtel des Orion am Sternenhimmel, das einzige Sternenbild, das ich neben dem grossen Wagen wiedererkennen kann, obwohl das von meiner hiesigen Perspektive (ich befinde mich in Bolivien) ein wenig anderes bzw gedreht aussieht, sicher bin ich mir da aber nicht. Genauso wenig wie bei dem Fakt, ob sich das Wasser im Abflussrohr nun tatsächlich rechts oder linksrum dreht, vielleicht werde ich dort in Zukunft stärker drauf achten
- Ich loggte mich in meinen Twitteraccount ein und fragte mich wie jedes Mal, wem ich bitteschön folgen sollte, welcher Mensch meiner Meinung nach interessante Gedanken twittern würde und wie jedes Mal blieb meine Frage unbeantwortet
- Schlussendlich auch die allgemeine Präsenz der 42
Zwei Faten interessieren mich darüber hinaus ungemein, wer würde seine eigene Lebenszeit darauf verwenden dieses Sammelsurium meiner heutigen Gedankenzu lesen, welche weder herausragen noch aufregend sind und der andere Fakt ist, ob ich, wenn ich mir in ein paar Tagen oder Wochen diesen Eintrag nocheinmal durchlese, diesen wirklich hier in meinem Blog stehen lasse?
Die Zukunft wird Antworten bereithalten, zumindest befinde ich mich in dem blinden Glauben sie würde es tun, auch gefällt mir die Ansichtsweise der Zukunft, wenn sie als weiblich dargestellt wird; personfiziert sähe sie wahrscheinlich wie eine Mischung aus Mutter Teresa, Lady Gaga und Julia Child aus, für mich persönlich schwer vorstellbar.
Bevor ich endlich auf die Beantwortung der beiden einleitenden Fragen komme, muss ich, um mein Gewissen zu entlasten noch einige Dinge erläutern:
Ursprünglich war dieses Blog erstellt worden um meine Fahrradtour von Sucre (Bolivien) nach Montevideo (Uruguay) zu doumentieren, ich tat es mehr oder weniger, kam aber nicht sehr weit, mit dem Fahrrad bis Argentinien, meine Blog-Dokumentation blieb sogar noch in Bolivien zurück.
Danach wollte ich dieses Blog als Plattform als Austausch und Disskusionsgrundlage über Gesunheit, die dazugehörigen Systeme, Behandlung, der Definitionsgewalt der Weltgesundheitsorganisation, Patch Adams’ Ansatz und der Leidenschaft zu helfen verwenden, kam aber nicht weiter als mein Blog umzugestalten, was zum grossem Teil auch daran lag, dass ich sowohl in Deutsch als auch in Spanisch bloggen wollte und für den Fall der Fälle hegte ich die Absicht englische Übersetzungen anzubieten, damit ich ein grösstmögliches Publikum erreichen könnte, Blödsinn!
Da ich hier in Bolivien in spanisch Medizin studiere, meine Muttersprache allerdings die deutsche Sprache ist, blogge ich in deutsch bzw. fange ich an in deutsch zu bloggen, ohne mich auf Themen oder andere zwangsbedingte Instanzen festzulegen, was soviel heisst, dass im laufe meiner Verlangen zu schreiben so ziemlich alles, was mir in den Sinn kommt, hier niedergeschrieben bzw. ausgedrückt wird, möglicherweise. (Es ist doch wunderbar sich im Nebensatz selbst zu widersprechen, das zeugt von Freiheit oder von absoluter Unsicherheit oder von etwas ganz anderem)
Nun, endlich, zur Beantwortung der einleitenden Fragen:
Mein Handeln ist gemessen daran, was der Rest der Menschheit tut, erschreckend wenig bzw. verläuft gefährlich nah bei Null um es mathematisch auszudrücken, auf der anderen Seite besagt die Chaostheorie, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings einen Orkan auslösen kann, wenn das ein Schmetterling kann, sollte ich doch eigentlich zu mehr fähig sein…
Viele Meinungen besagen, dass eine der grossen Unterschiede zwischen Mensch und Tier das menschliche Bewusstsein ist, das auch die Endlichkeit des Lebens miteinschliesst und wir uns daher von den Tieren unterscheiden und dennoch sehen viele menschlichen Alltage eher danach aus, als ob dieses Bewusstsein ignoriert wurde, ob bewusst oder unbewusst sei dahingestellt. Meine eigene logische Schlussfolgerung daraus ist simpel, fast langweilig und schon gar nicht neu und basiert auf der täglichen Erneuerung dieses Bewusstseins:
Ich erinnere mich im optimalfall täglich daran das ich sterben werde und ich nicht weiss, wann es passiert. Dieses Bewusstsein soll mir dabei helfen weder zu sehr in der Vergangenheit noch zu sehr in der Zukunft zu leben, wozu ich persönlich eher zu zweiterem neige, indem ich Pläne über Pläne schmiede, wie ich damit fertig werde, werde ich ein anderes Mal hier niederschreiben.
Auch bedeutet dieses Bewusstsein mit mir, meinen Handlungen und meinen Nächsten im Reinen zu sein sodass ich theoretisch meinen Frieden stets finden kann bzw. stets auf inneren Frieden zurückgreifen kann; froh bin ich der Meinung von diesem Idealbild gar nicht so weit entfernt zu sein, doch ein Blick auf meine Pläne und meine Zukunft besagen mir, dass ich noch sehr viel vorhabe!
Also bis dahin, wenn ich wieder dieses Verlangen verspüre
Gruss
Philipp
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